8/15/2008

 

Früher sterben mit Hartz IV

Gesunde Ernährung mit ALG2 Regelsatz unmöglich

Der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hatte zu Anfang des Jahres eine abenteuerliche Rechnung vorgelegt, mit der suggeriert werden sollte, dass der im Hartz IV-Regelsatz vorgesehene Betrag für Nahrungsmittel in "Höhe" von 29 Euro pro Woche eine ausgewogene Ernährung gewährleisten könne. Jede/r Hartz IV-Geschädigte weiß aus eigener Erfahrung, dass Sarrazins Speiseplan unseriös ist. Inzwischen ist der SPD-Politiker jedoch auch wissenschaftlich widerlegt: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat in einer aktuellen Studie nachgewiesen, dass für eine vollwertige Ernährung durchschnittlich 87 Euro pro Person und Woche aufgebracht werden müssen.

Die signifikant verfrühte Mortalität (das deutlich höhere Risiko, früher zu sterben d. Red.) von Langzeitarbeitslosen hängt neben zahlreichen anderen gesundheitlichen und lebensweltlichen Faktoren stark von der Ernährungssituation ab.
Gastkommentar von Ralf Hagelstein / LinksZeitung

Ralf Hagelstein ist Sprecher der AG Arbeit und Armut des LINKE-Landesverbandes Hamburg

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7/15/2008

 

Andreas Dorau - Demokratie



Kaum zu glauben, dass dieser Song aus der letzten Phase der NEUEN DEUTSCHEN WELLE schon 20 Jahre alt ist. Damals eher ein nicht ganz grosser Wurf, heute fast eine terroristische Kampfansage an die parlamentarische Demokratie.
Den Song gab es vor kurzer Zeit noch zum freien Download auf des Meesters Seite. Weihnachten? Geschenkt! *** Die schöne Bescherung als MP3-Geschenk von Andreas Dorau, iss ja bald ...
/ Andreas Dorau

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7/03/2008

 

Nix Tütensuppen

"Er hat für Staatsgäste gekocht, für die Bundesbank und die Chefs der Europäischen Zentralbank. Dort wurde "essen zelebriert", erinnert sich Koch Oliver Schneider. Seit Februar gibt der 28-Jährige, der heute das Lokal "Olivers" in Bockenheim führt, so genannte "Hartz-IV-Kochkurse". Mehr als vier Euro muss niemand für eine Mahlzeit inklusive Suppe vorneweg ausgeben, sagt Schneider. "Ohne Fleisch kommt man sogar unter zwei Euro."
in Doofe Tütensuppen / fr online von Sebastian Amaral Anders

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6/26/2008

 

Die Verrottung der kapitalistischen Gesellschaft

"Wir (die Anarchisten*) glauben ferner, daß die Verrottung der kapitalistischen Gesellschaft, ihr hilfloses Herumtorkeln in der eigenen Mißwirtschaft, ihr Zufluchtsuchen bei Kriegen und immer brutalerer Knechtung der enteigneten und entrechteten Massen ihre tiefste Ursache im Widersinn des nur materialistischen Fühlens, Denkens und Handelns hat. Die Natur läßt sich auf Dauer nicht in der Weise mißhandeln, daß die Ernährung und die Sicherung des physischen Seins, für die Vorsorge zu treffen Voraussetzung und Bedingung des Lebens ist, zum Inhalt des Lebens gemacht werden. Daraus entsteht mit Notwendigkeit Raffsucht, Übervorteilung und Macht, die in allen Fällen zugleich Machtmißbrauch ist.
...
Das Wissen von Recht und Unrecht ist das soziale Bewußtsein im Menschen, ohne das uns fremde Not gar nicht als eigene Angelegenheit berühren könnte.
...
Die kapitalistische Gesellschaft zerstört die soziale Gemeinschaft der Gegenseitigkeit und setzt an ihre Stelle die gegenseitige Unterstützung einer machthungrigen Minderheit bei der Entrechtung und Ausbeutung der in künstlicher Zersplitterung gehaltenen Gesamtheit der die gesellschaftlichen Werte schaffenden Kräfte."
in Die Befreiung der Gesellschaft vom Staat, Erich Mühsam 1932

* Anarchismus war für Erich Mühsam die Lehre von der Freiheit als Grundlage der menschlichen Gesellschaft. "Anarchie, zu deutsch: ohne Herrschaft, ohne Obrigkeit, ohne Statt, bezeichnet somit den von den Anarchisten erstrebten Zustand der gesellschaftlichen Ordnung, nämlich die Freiheit jedes einzelnen durch die allgemeine Freiheit."

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5/16/2008

 

HARTZ 4 saugt dich aus

= HARTZ IV saugt aus

Mit schamlosen Fragen und Plakaten auf denen verstümmelte, gesichtslose Rumpfmenschen um Aufmerksamkeit buhlen, bewirbt der Kölner Stadtanzeiger gerade ein als Frühjahrsbelebung der schwindenden Abozahlen gedachtes online-Quiz. Speziell die Hartz IV -Plakate sind sozial - zynisch und die Menschenwürde verachtend.

Ein gutes Beispiel für die Deutschen Zustände, wie eine Regierungsstudie die von Angst und Unsicherheit geprägte gesellschaftliche Stimmungslage nennt. In der aufkeimenden Disziplinierungs- und Diskriminierungsatmosphäre* kann man sich ungehemmt empörende Kampagnen auf dem Rücken armer Menschen leisten, oder "Diät-Vorschläge" verbreiten, dass sich Arbeitslose locker von 4,25 € (Hartz IV-Tagessatz) gesund ernähren könnten, wie es der Berliner Finanzsenator Sarrazin (SPD) nicht müde wird zu behaupten, während seine Regierung ebenso locker Millionen mit Immobiliengeschäften im Spreebogen verzockt.

Der komplette Artikel ist bei 4SUXX zu finden. / via tv

* Peter Grottian
stellt die spannende Frage: "Warum lassen wir die Herrschenden soweit kommen, wo ist unser Widerstand, wo unser ziviler Ungehorsam, wo unser Widerstand, der den Herrschenden weh tut?"

Die Beantwortung überlässt er Heribert Prantl von der SZ, den er zitiert:
... die Disziplinierungs- und Diskriminierungsstruktur bildet als alltägliche Diskriminierung die Brücke Hartz IV. Wer Deutschland am Hindukusch verteidigt muss nicht nur die Militärausgaben ausweiten, sondern durch die Verbreitung von sozialen Ängsten eine terrorismustrotzende und soziale Akzeptanz herstellen.
Oder anders: Hegemonialer Smog militärischen Denkens erzeugt auch tendenziell die soziale Disziplinierung nach Hartz IV - mit Leistungen, die kein menschenwürdiges Leben zulässt, mit hundertausendfachen Zwangsumzügen und privatesten Beschnüffelungsmaßnahmen. 7,4 Millionen Menschen sind betroffen. 2,6 Millionen Kinder sind verarmt. Krieg und sozialer Krieg haben ein gebrochenes, nicht kausales aber strukturelles Entsprechungsverhältnis. Für ein abenteuerliches Kriegs- und Sicherheitsversprechen kann die Demokratie nicht vor die Hunde gehen!

aus der Rede Für mehr zivilen Ungehorsam!, vom 15.09.2007

grafik : 4SUXX | cc Lizenz

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5/01/2007

 

ausgehartzt

ausgehartzt
ist ein privates prekär-künstlerisches online Notizbuch von Fritz Wasch, das einem erweiterten Kunstbegriff erlegen ist.
Die sonderbaren Geschichten sind leider nicht immer fiktiv, und bedeuten Alltag für viele Menschen in prekären Lebenssituationen. Begleiten Sie also das Projekt durch Ihre persönlichen Kommentare, oder wenden Sie sich direkt an mich

Fritz Wasch
Berlin, Germany DE
fritzwasch@NOSPAMausgehartzt.de

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