8/16/2008

 

Politik und Demenz

Die Bundesagentur für Arbeit will "schwer Vermittelbare" bei der Pflege von Demenzkranken in Heimen einsetzen. Pflegeexperten sind entsetzt.

Hintergrund der Aktion ist das neue Pflegegesetz. Demnach dürfen Heime künftig zusätzliches Personal zur Betreuung von Demenzkranken einstellen. Die Bundesregierung schätzt, dass dadurch 10.000 neue Stellen entstehen könnten. Pflegevertreter kritisieren die Pläne der BA, unqualifiziertes Personal zu vermitteln.

Zynischer Aktionismus
"Demenz gleichzusetzen mit basteln, vorlesen und Spazierengehen, ist eine Unverschämtheit", sagte Helmut Wallrafen-Dreisow, Mitglied des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe. Er fordert, dass auch die Alltagsbetreuer eine intensive Schulung absolvieren müssen. "Die Pflegekasse will es immer möglichst billig haben, aber die Heime sollen weiterhin die hohen Qualitätsstandards erfüllen. Das passt nicht zusammen", kritisierte er. Der Behörden-Aktionismus sei zynisch.
Arbeitslose in Pflegeheime / sz

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8/15/2008

 

Landessozialgericht überprüft Hartz IV-Regelsätze

Erstmalig seit Einführung von Hartz IV hat ein ranghohes Landessozialgericht ein Gutachten zu den Regelsätzen bei Hartz IV in Auftrag gegeben.
Geklagt hatte eine Familie mit einem Kind. Ihr erschienen die Regelsätze zu niedrig bemessen, was sie 2004 in ihrer Klage ausführlich vortrug. Die vom Landessozial- gericht beauftragten Gutachter sollen nun gezielt Aussagen zu den Methoden und der Geeignetheit der Bedarfsermittlung der Regelsätze durch die Bundesregierung machen. Ebenso soll überprüft werden, ob die SGB II- und SGB XII-Regelsatz- leistungen überhaupt familiengerecht sind und die Teilhabe von Kindern an kulturellen, sportlichen und außerhäuslichen Begegnungen ermöglichen.

Als sachverständige Gutachter wurden Dr. Rudolf Martens vom Partitätischen Wohlfahrtsverband und Dr. Irene Becker vom Projekt "Soziale Gerechtigkeit" des Fachbereichts Wirtschaftswissenschaften an der Johann-Wolfgang-Goethe- Universität in Frankfurt am Main beauftragt.
Hartz IV-Methoden der Bundesregierung vor Gericht / LinksZeitung

Früher sterben mit Hartz IV / ausgehartzt
Hartz IV tötet / ausgehartzt

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Früher sterben mit Hartz IV

Gesunde Ernährung mit ALG2 Regelsatz unmöglich

Der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hatte zu Anfang des Jahres eine abenteuerliche Rechnung vorgelegt, mit der suggeriert werden sollte, dass der im Hartz IV-Regelsatz vorgesehene Betrag für Nahrungsmittel in "Höhe" von 29 Euro pro Woche eine ausgewogene Ernährung gewährleisten könne. Jede/r Hartz IV-Geschädigte weiß aus eigener Erfahrung, dass Sarrazins Speiseplan unseriös ist. Inzwischen ist der SPD-Politiker jedoch auch wissenschaftlich widerlegt: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat in einer aktuellen Studie nachgewiesen, dass für eine vollwertige Ernährung durchschnittlich 87 Euro pro Person und Woche aufgebracht werden müssen.

Die signifikant verfrühte Mortalität (das deutlich höhere Risiko, früher zu sterben d. Red.) von Langzeitarbeitslosen hängt neben zahlreichen anderen gesundheitlichen und lebensweltlichen Faktoren stark von der Ernährungssituation ab.
Gastkommentar von Ralf Hagelstein / LinksZeitung

Ralf Hagelstein ist Sprecher der AG Arbeit und Armut des LINKE-Landesverbandes Hamburg

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7/22/2008

 

Heute schon Pommes rot-weiss gefrühstückt?

Lassen Sie sich nicht einreden, dass wenn Sie auf Sex, Rauchen, Alkohol und Ihre geliebten Pommes verzichten, unsterblich alt werden könnten. Schon gar nicht von untersetzten grau-melierten Herren mit deutlichem Bauchansatz, die so freundlich daher kommen, dass man ihnen sogar eine Astrozeitung an der Tür abkaufen möchte. Alles klar? Dann lesen Sie hier weiter:
Seit 10 Jahren spielt Hademar Bankhofer im ARD-Morgenmagazin die Rolle des harmlosen Kräuter-Märchenonkels. Doch dahinter steckt ein ausgefeiltes Erwerbsmodell. Von esoterischen Wundermaschinen über Kräuterpillen und Abnehmmitteln bis hin zu verschreibungspflichtigen Medikamenten: Nichts fehlt im Bauchladen des ARD-Gesundheitsexperten.

Und Hademar Bankhofer lässt keinen Kanal aus: Schleichwerbung in regionalen Anzeigenblättchen, Schleichwerbung in Hausfrauenzeitschriften wie "Revue", Schleichwerbung in TV-Beilagen wie "rtv", Schleichwerbung im Internet, Schleichwerbung in Hörfunkbeiträgen und Schleichwerbung in Fernsehsendungen wie "Spektrum Gesundheit" oder "Die gesunde halbe Stunde".

Und Schleichwerbung natürlich auch im ARD-Morgenmagazin.

Gesundheitliche Spätfolgen durch das Betrachten der nun folgenden Höhepunkte des publizistischen Wirkens von Hademar Bankhofer sind nicht ausgeschlossen. Zur Vorbeugung empfehlen die Gesundheitsexperten der BooCompany einen Cholesterinsenker von Pfizer und ein gepflegtes Gläschen Klosterfrau Melissengeist.
/ BooCompany


Das Video ist bei Stationäre Aufnahme erschienen, zusammen mit weiteren Hintergrundinformationen.

/ update 23/07/08
lanu fragt direkt bei ARD und WDR nach. Der mainstream hält sich zur Hademarschen Schleichwerbung sonderbar bedeckt. Die bösen Blogger machen den ehrenwerten "Melissa-Mann" an, unmöglich!
Der "Naturprofessor" ringt um Gegendarstellung, ist gar "entsetzt und erschüttert, wie man, um jemand abzuservieren, haarsträubende Kombinationen schafft. Ich habe nicht gewußt, daß man unter dem Mantel der Ethik so unseriöse und raffinierte Film-Collagen zusammenstellen kann." Ick glotz TV, geiler groove.

/ update 25/07/08
Tja, niemand solle mir die MACHT der BLOGGER hinterfragen. Ein knackiges Video, gute Recherche in Teamarbeit, dann dauerte es keine Woche:
"ARD-Aus für den beliebten Gesundheitsexperten Hademar Bankhofer. Der 67-jährige Medizinjournalist aus Österreich, der in der Service-Rubrik des ARD-«Morgenmagazins» zu sehen war, wird dort nicht mehr auftreten, wie der WDR nun in einer Pressemitteilung erklärt. Grund dafür sei «der Anschein auf Schleichwerbung u.a. für Produkte aus dem Gesundheitsbereich»", heißt es bei der netzeitung

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7/03/2008

 

Nix Tütensuppen

"Er hat für Staatsgäste gekocht, für die Bundesbank und die Chefs der Europäischen Zentralbank. Dort wurde "essen zelebriert", erinnert sich Koch Oliver Schneider. Seit Februar gibt der 28-Jährige, der heute das Lokal "Olivers" in Bockenheim führt, so genannte "Hartz-IV-Kochkurse". Mehr als vier Euro muss niemand für eine Mahlzeit inklusive Suppe vorneweg ausgeben, sagt Schneider. "Ohne Fleisch kommt man sogar unter zwei Euro."
in Doofe Tütensuppen / fr online von Sebastian Amaral Anders

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