8/18/2008

 

Mutter soll arbeiten - ARGE will Kleinstkinder "sicherstellen"

Die ARGEn in NRW scheinen ein besonders krasses Motivationstraining in den verregneten Sommermonaten absolviert zu haben, oder sie sind die Spähtrupps für eine NEUE SOZIALGEWALT in diesem Land:

In regelrechte Panik versetzte ein Schreiben der Euskirchener Hartz IV-Behörde eine Mutter zweier Kleinstkinder von 7 Monaten und 2 ½ Jahren.
Die Eifeler Behörde hatte die Mutter angeschrieben und sie zu einem persönlichen Gespräch für Montag (18.August 2008) eingeladen, um mit ihr über die "Sicherstellung der Kinder"/ elo-forum,pdf zu sprechen. Dazu sollte sie ihren Partner mitbringen, der vollschichtig arbeitet und ergänzende Hartz IV-Leistungen benötigt.
"Bitte kommen Sie schon mit Herrn Z. Behandelt wird u. A. die Sicherstellung der Kindern. Da Sie ALG II Leistungen nachdem SGB II erhalten, ist diese Einladung Folge zu leisten". Aus Angst um eine eventuelle zwangsweise Fremdbetreuung ihrer Kleinkinder wandte sich die Mutter, Frau H. an das Erwerbslosen Forum Deutschland, zumal sie schon vor der Geburt ihres zweiten Kindes von der Euskirchener ARGE – trotz Mutterschutz – in die ARGE zitiert wurde, um über ihre "berufliche Situation" zu sprechen.

"Entweder ist es seltene Dämlichkeit der Behörde, oder man setzt sich einfach über bestehende Rechte hinweg. Es ist gesetzlich völlig klar geregelt, dass eine Arbeitsaufnahme für die Mutter erst dann zumutbar ist, wenn die Kinder das dritte Lebensjahr vollendet haben", sagte Martin Behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forum Deutschland am Sonntag in Bonn. Für die Initiative ist es auch ein Zeichen, dass Hartz IV-Behörden weit entfernt von "Kundenfreundlichkeit" sind, angesichts eines derartigen Schreibens. "So ein Schreiben karikiert die besten Stilblüten aus dem Behördendeutsch. Mit einer derartigen Unsensibilität wird deutlich, welche Machtposition sich Mitarbeiter in den Behörden anmaßen", so Martin Behrsing.

Derweil kündigte die Initiative an, dass Vertreter bei dem Gesprächstermin zugegen sein werden. "Nun hat die ARGE Euskirchen halt uns auch noch an der Backe", sagte Behrsing.
/ Erwerbslosen Forum Deutschland

update 20.08.2008 :
Für die Behördenposse soll ein "Computerfehler" verantwortlich sein, der die Mutter "wohl falsch »aktiviert« habe." Eine Entschuldigung seitens der ARGE blieb allerdings aus.
ARGE Skurril / scharf-links

Hartz IV tötet / ausgehartzt

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