8/05/2008

 

"Billiger" Atomstrom soll AKW Laufzeiten verlängern

Wirtschaftsminister Glos (CSU) hat eine ausgesuchte Propaganda-Truppe um sich geschart, die der Atomlobby eine "Studie" bereitet hat, die in Zeiten steigender Energiepreise nicht populärer gestaltet werden konnte. Der so genannte "Atomausstieg" sieht eine maximale Laufzeit der bundesdeutschen Atommeiler von 32 Jahren vor. In dem nun vorgelegten "Energiepolitischen Programm" (PEPP) wird die Bundesregierung zur Erarbeitung eines "Kernenergie-Nutzungsgesetzes" aufgefordert. "Eine Abkehr vom Ausstieg aus der Kernenergie ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll und erforderlich", heisst die peppige Antwort, die in einer Laufzeitverlängerung von 8 Jahren auf insgesamt 40 Jahre resümiert. Jedes Jahr zusätzliche Laufzeit der abgeschriebenen Alt-Atommeiler bedeutet rund 350 Millionen Euro pro AKW Gewinn in die gebeutelten Kassen der Stromkonzerne.

Der nächste Schritt wird vermutlich die Ankündigung sein, dass Sozialtarife beim Strom nur bei einer Laufzeitverlängerung der AKWs möglich werde. Erst werden die Strompreise in schwindelerregende Höhen getrieben, und dann wird der Joker "Laufzeitverlängerung" aus dem Ärmel gezogen, da "das Angebot von billigerem Strom auf der Grundlage von preiswerter Atomenergie ... "eine soziale Komponente" (habe), weiss das Handelblatt aus der Beraterrunde zu berichten.

Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber will die Betriebsdauer von Atomkraftwerken in Deutschland sogar verdoppeln. Für die Laufzeiten würden "international heute oftmals 60 Jahre angegeben", sagte Huber der ARD. Indes lehnte er den Bau eines Endlagers für Atommüll in Bayern strikt ab. Es gebe "seit 30 Jahren eine politische Entscheidung für den Salzstock in Gorleben" in Niedersachsen. Das sei "doch nahezu fertig". CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer nannte den - im Koalitionsvertrag fixierten - Atomausstieg "verantwortungslos", zitiert die Welt.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) befürchtet bereits einen Atomwahlkampf, und rügt die Weigerung Bayerns und Baden-Württembergs, in ihren Bundesländern den Standort für ein atomares Endlager suchen zu lassen.

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