6/25/2008

 

Mindestlohn steigt in Frankreich auf 8,71 Euro

Schon seit 1950 gilt in Frankreich der gesetzliche Mindestlohn SMIC (salaire minimum interprofessionnel de croissance). Anfangs war er starr, erst seit einem Generalstreik 1968 ist er an die Lohn- und Preisentwicklung gekoppelt. Der Staat erhebt keinen Arbeitgeberanteil auf den Mindestlohn; die Unternehmen sparen fast alle Sozialabgaben.

Der SMIC wird definiert als Höhe des Bruttostundenlohnes, die kein Arbeitgeber unterschreiten kann, um einen gesunden erwachsenen Gehaltsempfänger zu entlohnen. Er sichert Niedrigstlohnempfängern eine Kaufkraftgarantie und eine Teilhabe an der wirtschaftlichen Entwicklung der Nation.

Der SMIC wird jährlich von der Regierung festgelegt und im “Journal Officiel” veröffentlicht. Er tritt für den Arbeitgeber jeweils am 1. Juli nach der Veröffentlichung in Kraft. Im Falle einer Inflationsrate von mehr als 2 % tritt die Erhöhung früher, und zwar automatisch nach der Feststellung der Rate und in Höhe ihres Prozentsatzes in Kraft.

Zum 1.Juli 2008 wird der gesetzliche Mindestlohn in Frankreich um 0,9% auf 8,71 Euro / Std brutto (6,84 € netto) angehoben, was einem Bruttomonatslohn von 1321,05 Euro bei 35 Wochenarbeitsstunden (151,67 h) entspricht. Der SMIC wurde in diesem Jahr bereits im Mai „außer der Reihe‟ um 2,3 Prozent erhöht, was seit 1996 nicht mehr erfolgte. Für diese doppelte Anhebung ist die Preissteigerung von 3,2 Prozent seit Mai 2007 verantwortlich.

"Der Exportweltmeister Deutschland kann und muss sich denselben Mindestlohn wie Frankreich leisten", erklärt Oskar Lafontaine zu der Entscheidung der französischen Regierung.
Der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE fordert gleichzeitig die Gewerkschaften und die Sozialdemokraten auf, ihre Mindestlohnforderung von 7,50 Euro anzuheben:
Die steigenden Energie- und Nahrungsmittelpreise machen eine Korrektur der bisherigen Forderung dringend notwendig. Bei immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern stößt es auf Unverständnis, wenn Gewerkschaften und SPD einen Mindestlohn fordern, der um 1,21 Euro unter dem liegt, was der konservative Staatspräsident Nicolas Sarkozy in Frankreich den Beschäftigten zugesteht.
/ DIE LINKE

Kein Lohn unter 10 Euro / pr-sozial
Einmal Billiglohn, immer Billiglohn / ausgehartzt

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