6/06/2008

 

HARTZ 4 ist kein Exportschlager

"Was ist der Erfolgsfaktor der deutschen Arbeitsmarktreformen?"
fragte Pierre Cahuc seine Kollegen bei einer Konferenz (Programm, pdf) der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Cercle des Economistes in Paris.

Die niederschmetternde Antwort:
: 10 Jahre real stagnierende verfügbare Einkommen,
: 10 Jahre kein Anstieg des privaten Konsums, während in Frankreich der Wohlstand wuchs. Noch nicht einmal bei der Produktivität oder bei den Investitionen sticht Deutschland hervor.

Der Chef der deutschen Wirtschaftsweisen Bert Rürup verteidigt Hartz IV als "das Herz der deutschen Reformen", da "arbeitslose Menschen ihren Anspruchslohn, zu dem sie bereit sind zu arbeiten, deutlich absenkt hätten". Unerwähnt bleiben natürlich die Daumenschrauben, mit denen Hartz IV arbeitet. Entgegen gängiger Propaganda-Mühlen wartet er mit der überraschenden Erkenntnis auf, dass "Arbeitsmarktreformen das Wachstum nicht stimulieren können."

"Das deutsche Modell ist nicht nachahmenswert", rät Patrick Artus, Volkswirt der Bank Natixis. Die Vernachlässigung der Binnennachfrage habe Deutschland doppelt so viel Wohlstand gekostet, wie es durch die Erfolge im Export gewonnen habe. "Die jetzige Lösung ist nicht nachhaltig, weil unseren Exportüberschüssen Importüberschüsse der Partnerländer gegenüberstehen, und dies sind vor allem die Länder der Währungsunion", schlussfolgerte Jürgen Kromphardt, Ex-Mitglied im Sachverständigenrat.

Offen blieb die Beantwortung der Frage nach der unkooperativen Strategie der Lohnzurückhaltung Deutschlands innerhalb der europäischen Währungsunion.
aus der FR

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